Braucht der Mensch Superfoods?

Mit Aronia-, Acai- und andere Goji-Beere, mit Matcha und Chia, Quinoa und Weizengraspulver wird seit ein paar Jahre anscheinend richtig viel Geld verdient. Sonst wären die großen Supermarktketten sicherlich nicht in die Bresche gesprungen um reichlich von den "Wundermitteln" zu vertreiben...

 

Aber was sind überhaupt Superfoods? Wikipedia schreibt dazu Folgendes:

 

„Superfood ist ein Marketingbegriff, der Lebensmittel mit angeblichen Gesundheitsvorteilen beschreibt. Teilweise beruhen die mit bestimmten Lebensmitteln in Verbindung gebrachten positiven gesundheitlichen Wirkungen auf wissenschaftlich erwiesenen Zusammenhängen. Allerdings ist es fraglich, wie sich solche wissenschaftlichen Erkenntnisse, die etwa unter Laborbedingungen, mit Tierversuchen oder unter Verabreichung sehr hoher Dosen erlangt wurden, auf echte Ernährungsweisen übertragen lassen."

 

Abgesehen davon, dass also die positiven Wirkungen nicht unbedingt bewiesen sind, sind andere Punkte fraglich... diese Lebensmittel sind teilweise nicht mehr frisch zu kaufen und außerdem stark verarbeitet. Wie lang liegt schon die Tüte getrockneten Weizengrasses im Supermarktregal und wie viel Power steckt überhaupt noch drin? Und sind strenggenommen Quinoa- oder Grünkohl-Chips noch Superfoods? Ein anderer Punkt macht der Hype um die exotischen Baobab- oder Cordiceps-Pulver bedenklich. Sie werden von ganz weit weg herübergeflogen, was nicht unbedingt zu einem positiven Ökobilanz beiträgt. Und seit meine Schwester, nach ihrer Reise nach Peru, mir erzählte dass die Peruaner sich keinen Quinoa mehr leisten können weil der Export sich viel mehr lohnt, kaufe ich keinen mehr... statt ihre seit Urzeiten Grundnahrungsmittel zu verzehren, essen sie überwiegend Kohl und Kartoffeln (übrigens so wie wir Europäer vor noch gar nicht so lange Zeit...). Ganz von dem Thema Avokado-Mafia zu schweigen...

 

Natürlich gibt es im Ayurveda eine ganze Reihe von Nahrungsmittel, die zur Reinigung oder Stärkung bevorzugt sind, wie zum Beispiel Ghee, Honig, Datteln, Mandeln oder Kokosnuss. Aber egal wie gesund ein Lebensmittel ist, erspart es mir nicht, so vielfältig wie möglich zu essen. Wahrscheinlich steckt hinter diesem Superfood-Konsum nicht nur das Versprechen, dass ich gesund bleibe, sondern auch die Idee, dass ich durch ein paar "Zaubermittel" kleine Ernährungssünden und Einseitigkeit im Speiseplan ausbügeln kann. Denn die Konzentration auf bestimmte Lebensmittel, weil sie angeblich gesund sind, könnte zu einer einseitigen Ernährung führen. Der Mensch ist ebenmal bequem und unsere heutige Zeit, mit den ganzen überall verfügbaren Empfehlungen für ein gesundes Leben können ganz schön Stress erzeugen, da wir keine Ausrede mehr haben, es nicht gewusst zu haben! Der Damoklesschwert der vielfältigen Krankheiten wegen "falscher" Ernährung schwebt über uns...

 

Ein wichtigerer Aspekt ist jedoch, ob ich dieses Lebensmittel vertrage und gut verdaue! Sonst können Verdauungsbeschwerden mich quälen und der Nutzen ist damit gleich null. Davon kann ich ein Lied singen: nach fürchterlichen Bauchschmerzen habe ich mich entschieden, Chiasamen definitiv aus meinem Speiseplan zu verbannen!

 

Ayurveda hat auch seine Superfoods, sie heißen Rasayanas. Sie unterstützen beim Gewebeaufbau, verjüngen die Zellen, stärken das Immunsystem und spenden uns Vitalkraft. Das sind weniger Lebensmittel als Kräuterpräparate wie z.B. Amrit Kalash, Chiawanprash oder einzelne Kräuter. Als Paste oder Pulver, könnte man sie als Nahrungsergänzungsmittel bezeichnen, als Verdauungshilfen oder auch als erste Hilfe bei leichte Dosha-Störung.

 

Im nächsten Artikel möchte ich Euch einige im Ayurveda hochgeschätzte Lebensmittel nennen und kurz vorstellen.

 

12. Juli 2018

 

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